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Wie Glaubenssätze dein Leben beeinflussen und wie du sie erkennst

Die Glaubenssätze eines Menschen haben nichts mit Religion oder dem Glauben an sich zu tun. Vielmehr beschreiben sie deine tief verankerten Überzeugungen und Gefühle gegenüber der Umwelt. Sie beeinflussen dich in allem was du sagst, tust und denkst. Es geht bei den Glaubenssätzen also sowohl um dein Selbstbild, als auch um das Bild, dass du von deiner Außenwelt hast.

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Woher stammen deine Glaubenssätze?

Wie bei den meisten DIngen, die wir bisher im Zuge unserer Buch Review zu “Das Kind in dir muss Heimat finden” besprochen haben, werden auch die Glaubenssätze in deiner Kindheit geprägt. Die Menschen in deinem nahen Umfeld, also vor allem deine Eltern, haben also einen bedeutenden Einfluss auf die Entstehung und Verankerung deiner Glaubenssätze.

Hierzu ein Beispiel. 

Lisa wird sehr streng erzogen. Ihre Eltern erwarten von ihr, dass sie immer gehorsam und artig ist und brav tut was sie von ihr verlangen. Da Lisa, wie jedes Kind, das Bedürfnis hat ihren Eltern zu “gefallen” und sie zufrieden zu machen, tut sie was von ihr verlangt wird. Sie unterdrückt also all die Gefühle und Wünsche, die ihren Eltern womöglich nicht gefallen. Darunter auch das Gefühl der Wut. Die Folge dessen ist, das Lisa keinen angemessenen Umgang mit diesem Gefühl lernt. Außerdem lernt sie nicht, sich auf eine angemessene Art und Weise gegen ihre Eltern bzw. allgemein zu behaupten. DIe inneren Glaubenssätze die Lisa durch diese Erziehung entwickelt sind zum Beispiel “ Ich darf mich nicht wehren”, “ich darf keine Gefühle zeigen” oder “ich muss mich anpassen”. Dies ist ein Beispiel für die Entstehung von negativen Glaubenssätzen.

Negative vs. positive Glaubenssätze

Das oben genannte Beispiel steht für eine negative Prägung und Beeinflussung in der Kindheit. Natürlich ist hier auch das Gegenteil möglich. Im besten Fall werden Kinder durch ihre Bezugspersonen positiv geprägt, ihnen werden also positive Glaubenssätze vermittelt, die sie im Laufe ihres Lebens begleiten und in ihrem Denken und Fühlen stärken.

Wenn die kleine Lisa aus unserem Beispiel sich von ihren Eltern geliebt und bestätigt gefühlt hätte, wäre ihr Selbstwert auch durch positive Glaubenssätze gesteigert worden. Positive Glaubenssätze wären in diesem Fall “ich werde geliebt” oder “ich bin wichtig.

In ihrem Buch “Das Kind in dir muss Heimat finden” beschreibt Frau Stahl die positiven und negativen Glaubenssätze als wichtiges Kriterium für die Prägung des Sonnen- oder Schattenkindes. Hast du als Kind also eher negative Glaubenssätze entwickelt, stärkt dies das Schattenkind in dir. Hattest du aber ein liebevolles Zuhause und die möglichkeit viele positive Glaubenssätze zu entwickeln, stärkt dies dein inneres Sonnenkind.

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Auch Kinder, die zu sehr verwöhnt werden können negative Glaubenssätze entwickeln. Wenn deine Eltern dir immer alles abgenommen haben, du nie eigene Entscheidungen treffen oder für deine Entscheidungen geradestehen musstest, kann das zu Problemen im sozialen Miteinander führen. Glaubenssätze wie “Ich bekomme alles was ich will” und “Ich bin immer der Größte” führen zu Problemen beim Unterordnen oder EInordnen in Gruppen und zu einer geringen Frustrationsgrenze.

Es ist also gar nicht so einfach hier die gesunde Mitte zu finden.

“Glaubenssätze sind die Brille, durch die wir die Wirklichkeit sehen.”

Das Kind in dir muss Heimat finden, S. 52

Was bedeuten negative Glaubenssätze für unsere Gegenwarte?

Das Gefährliche an unserer Glaubenssätzen ist, dass wir sie uns nicht ausgesucht haben. Sie wurden ohne unser Zutun in unserer Kindheit geprägt und trotzdem haben sie einen enormen Einfluss auf uns im hier und jetzt. 

Deine Glaubenssätze schlummern tief in dir, in deinem Unterbewusstsein und warten nur darauf sich endlich einmischen zu können. Bei jeder Entscheidung, Auseinandersetzung oder emotionalen SItuation kommen sie aus ihrem Versteck und beeinflussen dich und deine Gefühle ohne, dass du dies aktiv beeinflussen kannst! Ich meine, wie blöd ist das bitte? Erst hast du keinen Einfluss auf die Art deiner Glaubenssätze und dann bekommst du deren Zutun nicht mal mit?

Ein Beispiel:

Du hast dich für einen Job beworben, wurdest sogar zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Du hast dich mühsam darauf vorbereitet und dein Bestes gegeben. Eine Woche später erhälst du eine Absage. Bist du eher von positiven Glaubenssätzen geprägt ärgert die Situation dich vielleicht kurz, aber letztendlich denkst du dir “Okay, ich bin um eine Erfahrung reicher. Diese Stelle war vielleicht einfach nicht die richtige.” Bist du allerdings von eher negativen Glaubenssätzen geprägt bringt die Absage dich dazu an dir selbst zu zweifeln. Du denkst vielleicht Dinge wie “Toll ich bin nicht gut genug, ich bin einfach nichts wert.” 

Dieser negative Gedankengang bringt dich natürlich nicht weiter, ganz im Gegenteil. Du gerätst wahrscheinlich sogar in einen Teufelskreis negativer Gedanken, die dich auch bei deinen weiteren Gesprächen beeinflussen.

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Wie wirst du also deine negativen Glaubenssätze los?

Der erste und wichtigste Schritt hierbei ist deine Glaubenssätze ausfindig zu machen. Da diese tief in deinem Unterbewusstsein schlummer, ist das vielleicht gar nicht so einfach und braucht ein bisschen Zeit. Als Unterstützung habe ich dir ein Arbeitsblatt vorbereitet. Wenn du das Arbeitsblatt ausfüllst, hast du deine negativen Glaubenssätze vor Augen, das hilft auf jeden Fall dabei sie dir abzugewöhnen!

Fangen wir mit den bewussten Glaubenssätzen an. Dies sind einfache Sätze oder Redensarten, die du vor allem in deiner Kindheit oft gehört hast. Zum Beispiel die Aussage “du kannst ja eh nichts” oder die Redensart “wer schön sein will muss leiden”. Na fällt dir schon etwas ein? Dann schreib doch einfach alles, was dir hierzu in den Sinn kommt auf.  

Der Zweite Schritt ist das Filtern von Situationen und Bereichen auf die deine negativen Glaubenssätze eine besondere Auswirkung haben. Hierzu überlegst du dir einfach mal in welchen Bereichen oder Situationen in deinem Leben es nicht so läuft wie du es dir wünschst. Hast du vielleicht Probleme damit eine gesunde Beziehung zu führen oder fällt es dir schwer einen Job zu finden? Die Wahrscheinlichkeit, dass deine negativen Glaubenssätze hier ihren Teil beitragen ist sehr groß. Also los, füll auch diesen Bereich auf dem Arbeitsblatt aus.

Der dritte und letzte Schritt ist am schwierigsten und auch nicht von jetzt auf gleich zu bearbeiten. Hier hast du die Aufgabe immer dann, sobald dich negative Gedanken plagen diese aufzuschreiben. Negative Gedanken sind meistens ganz einfach negative Glaubenssätze, die sich aus deinem Unterbewusstsein an die Oberfläche graben. Wenn du gerade unterwegs bist, kannst du dir hierzu auch einfach eine Notiz auf deinem Handy machen und den Gedanken dann später auf dein Arbeitsblatt schreiben.

Anhand deines ausgefüllten Arbeitsblattes kannst du nun erkennen, in welcher Situation dich welche Glaubenssätze plagen. Im Anhang deines Arbeitsblattes habe ich dir eine Liste mit ganz vielen verschiedenen negativen Glaubenssätzen eingefügt. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig! Aber sie bietet einen guten Überblick. Markiere doch einfach deine negativen Glaubenssätze oder schreibe deine eigenen unten drunter.

Fortsetzung folgt

So, hiermit ist der erste Schritt zur Bekämpfung deiner negativen Glaubenssätze getan. Mehr hierzu kannst du übrigens auf den Seiten 44 bis 76 in dem Buch “Das Kind in dir muss Heimat finden” von Stefanie Stahl lesen. Frau Stahl geht hier auch noch einmal mehr auf den Zusammenhang deiner Glaubenssätze und deines Sonnen- bzw. Schattenkindes ein. 

Das Thema Glaubenssätze war mir vor diesen Kapiteln tatsächlich völlig unbekannt. Umso interessanter finde ich es, mich mit ihnen zu beschäftigen! Ich freue mich schon auf nächste Woche, wenn wir versuchen die negativen Glaubenssätze in positive zu verwandeln.

Ganz viel Liebe,

Julia-Unterschrift

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2 Kommentare zu „Wie Glaubenssätze dein Leben beeinflussen und wie du sie erkennst“

  1. Pingback: Schutzstrategien | Wie beeinflussen sie dich und was kannst du dagegen tun?

  2. Pingback: Positives Mindset - Wie du deine negativen Glaubenssätze auflöst

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